Erfahrungsbericht unseres Woofers Hendrik


Ellrichshausen im Juli 2019. Drei Wochen durfte ich, ein Stadtkind aus der Kurpfalz, in der wunderschönen Hohenlohe verbringen. Ausgezogen um in den Bergen Schweizerdeutsch zu lernen, um endlich mal wirklich etwas zu schaffen nach dem ganzen Lernen und Leisten, einfach mal mitanzupacken und zu erfahren. Und nun, nach weiteren Stationen auf diversen Bauern- und Gärtnerhöfen, im fernöstlichen Vorpommern, in handwerklichen Betrieben vor der Haustür sowie dem neu entstandenen Wunsch, Gemüse anzubauen (zu lernen), die vorläufige Endstation. Und was für eine! Tag für Tag fahren wir kreuz und quer durch das Dorf, mit einem schicken alten Herculesrad von Acker zu Acker und vom Acker in die Wohnzimmer netter Dorfbewohner, die uns immer herzlich mit einem schmackhaften Mittagessen empfangen. Mit dem schon bestens integrierten Franzosen Mathieu darf ich mir das Häusle von Familie Otter teilen, die sich liebevoll um uns kümmert und mit denen wir auch mal den ein oder anderen Ausflug machen – in den Wald um einen Baum zu fällen, zum Badesee für eine Abkühlung, zum grandiosen Kulturwochenende nach Crailsheim… Auf dem Feld bekommen wir nicht nur Sonne und Regen so richtig am eigenen Leib zu spüren, sondern auch die Mühen der harten Arbeit, die Disteln, den Schweiß, den Dreck, die sich aber, von der Ernte hin und wieder naschen dürfend, definitiv lohnen. Und beim Unkrauthacken, Kartoffelausgraben und Erbsensträucherleerpflücken versorgen uns unsere Gärtner Rebecca und Martin mit ihrer Freude am Werk stets mit ausführlichen Antworten auf unsere Fragen. Gemüse in seiner Vielfalt ist ja schon eine feine Sache, und wie ich hier feststelle, kann dessen Produktion (zumindest fast) genauso ein Vernügen sein wie dessen Verarbeitung und Genuss. Lebendig, miteinander und verwurzelt pflegen, ernten und essen, was vor der Haustür wächst. Es war mir eine Freude, herzlichen Dank dass ich bei euch sein durfte!

Hendrik, 19, aus Heidelberg.